Nihao China – Los geht die „Buy No Rhino“ Fahrradreise

Erscheinungsdatum: 15/06/2015

"Was, zwei Mädels alleine?! Mit dem Fahrrad durch China?" Die ungläubigen Bemerkungen ignorierend, machten wir uns auf die Reise – optimistisch, aber trotzdem aufs Schlimmste vorbereitet. Entgegen aller Warnungen, hat China unsere Erwartungen weit übertroffen und unserer "Buy No Rhino" Fahrradtour einen super Start geboten.
 
Hallo China!
Hallo China!

Wir (zwei deutsch-südafrikanischen Schwestern aus Kapstadt) radeln von Hongkong nach Singapur, um über die schreckliche Situation der Nashorn-Wilderei im südlichen Afrika aufzuklären. 6.000 km - 7 Monate - 7 Ländern. Ok, ein Land haben wir nun schon abgehakt.

Ende April begann unsere Reise in Hongkong. Hier hatten wir die tolle Möglichkeit, vier Schulen mit dem “Rhino Art Project” zu besuchen. Ein großes Dankeschön gilt den engagierten und aufgeweckten Kindern für die wunderbare Zeit, die wir mit ihnen verbrachten. Von der Hongkonger Insel nahmen wir die Fähre in die bunte, unterhaltsame Casino Hauptstadt Macau und dann ging es über die Grenze nach China Festland. Unsere Route führte uns entlang der Westküste Richtung Vietnam.

Erstaunlich, wie schnell wir uns an den fremden Alltag anpassten. Nach vier Tagen hatten wir bereits einen neuen Tagesrhythmus gefunden und der Körper gewöhnte sich schnell an die Hitze, die hohe Luftfeuchtigkeit und die erhöhte Anstrengung. Interessanterweise waren es Arme und Schultern - nicht die Beine - die anfangs wehtaten. Mit gefüllten Fronttaschen ist das Fahrrad relativ schwer zu lenken.

 
Los gehts!
Los gehts!

Die Qualität der Straßen hat uns überrascht. Die Bedingungen waren gut, viele breite Fahrspuren, glatte Betonflächen, und häufig gab es separate Fahrradwege in den Städten. Gelegentlich waren auf den Seitenstraßen holprige und staubige Schotterpisten angesagt. Auch längere Bauabschnitte galt es zu meistern. Hier mussten wir den schweren Maschinen geschickt ausweichen.

Der Verkehr war nicht so schlimm wie befürchtet. Obwohl die Straßen sehr vielbefahren sind - überall Busse, Traktoren, Roller, Dreiräder und LKWs – haben wir kein einziges Mal Verkehrsrowdys gesehen. Hupen gehört zur ganz normalen Straßenkommunikation dazu. Die von hinten kommende Lkws und Busse hupen wild. Das ist eine freundliche Ankündigung. Zu Beginn war dies für uns sehr nervenaufreibend – wir dachten jedes Mal, dass wir gleich von der Straße gedrängt werden! Nach einer Weile gewöhnten wir uns an dieses Verhalten und schätzen es sogar.

Essen steht in China ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Morgens, mittags und abends wird hier warm gespeist. Alles wird gekocht, gebrutzelt oder gedünstet - auch die Salatblätter. Open-Air Restaurants gibts zum Glück an jeder Ecke. Unsere Lieblingsfrühstück war bald gefunden: Baozi (lockere, gedämpfte Hefebrötchen) und warme, süße Kichererbsen-Milch von den kleinen Straßenhändler. Ein weiterer Top- Favorit war das leckere Auberginen-Wokgericht. Mit viel Knoblauch, Zwiebeln, Chili, Paprika werden die Auberginenstreifen in einer leckeren Soja-Sauce gebraten. Wirklich sehr lecker und immer eine sichere Wahl, wenn es sonst nichts gab.

Die Menschen, denen wir auf dem Weg begegneten, waren sehr zuvorkommend und freundlich. Geduldig stellten sie sich der Sprachbarriere, die uns häufig viel Kreativität abverlangte. Unser doch sehr eingeschränktes Chinesisch sorgte für einige Lacher und viel Vergnügen. Essen bestellten wir, in dem wir entweder auf andere Gerichte zeigten oder gleich in der Küche die Zutaten auswählten.

Bezüglich Sicherheit gab es nie Grund zur Sorge. Wir fühlten uns kein einziges Mal bedroht, und auch unsere Sachen waren immer sicher. Da sind wir in Südafrika anderes gewöhnt! Wir wurden sogar richtig locker und ließen unsere Fahrräder und Gepäck einfach draußen stehen, während wir Mittagspause machten. Die Fahrräder wurden nie berührt. Sehr erfrischend!

Das Internet wird in China strengstens kontrolliert. Google, Instagram, Facebook, YouTube und viele andere Seiten sind blockiert. Auch Programme, bei denen eine Anmeldung erforderlich ist, wie E-Mail, und viele Informationsseiten waren nicht zugänglich... Ziemlich frustrierend.

Die chinesische Einstellung zu Natur und Umwelt empfanden wir als sehr enttäuschend. Offensichtlich liegt der Schwerpunkt auf Wirtschaft und schnelles Geldverdienen ohne Rücksicht auf Verluste. Es scheint kein Bewusstsein von der Zerstörung der Lebensraum für Tiere zu geben; Umweltschutz ist ein Fremdwort. Die schiere Menge an zum Verkauf angebotenen Haifischflossen schockierte uns. Ferner haben wir gesehen, dass sehr viele, oft unnötige Plastiktüten und anderen Kunststoffverpackungen verwendet werden. Meisten werden diese einfach auf den Boden geworfen. Sicherlich landet eine größere Menge dieses Mülls in den Flüssen und schlussendlich in den Ozeanen.

Da wir im Vorfeld nicht genau wussten, wie die politische Lage einzuschätzen war, dachten wir, es wäre klüger, nicht zu viel Wirbelwind um unser Projekt zu machen. Wir besuchten neben Hong Kong keine weiteren Schulen. Unterwegs sprachen wir jedoch mit vielen Menschen und verteilten fleißig unsere runden "Buy No Rhino" Autoaufkleber. Der allgemeine Tenor war, dass der Verkauf von Nashorn-Horn heut zu Tage illegal ist – ganz abgesehen von der Tatsache, dass es viel zu teuer ist.

Mittlerweile sind wir sicher in Vietnam angekommen und haben bereits wunderschöne Landschaften gesehen.

Verfolgt unsere Reise auf unserem Blog auf Facebook https://www.facebook.com/pages/Buy-No-Rhino/ oder auf unserer Website http://www.buynorhino.co.za.

Ihr wollt uns unterstützen? Details dazu findet ihr auf unserer Homepage.


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Die Begeisterung, die wir empfanden als wir hörten, dass wir den finanziellen Zuschlag von der EOCA für das Projekt Fix the Fells bekommen haben, ist jetzt gleichgestellt mit der Begeisterung den Abschluss der wichtigen Reparaturarbeiten zu sehen, für unsere schönsten Lakeland Fells, Scafell Pike und Striding Edge auf Helvellyn. Vielen Dank für die Gelder, die großzügig von der EOCA gegeben wurden. Die beiden Routen sind jetzt wieder im besten Zustand für die Zukunft.
Ruth Kirk, Nurture Lakeland