Von der Küste in den tiefsten Dschungel - Buy No Rhino Fahrradreise

Erscheinungsdatum: 30/07/2015

Schon bald nach der Grenzüberfahrt von China nach Vietnam fielen uns einige klare Kulturunterschiede auf. Erstens fahren die Vietnamesen einiges rasanter, aggressiver und haben uns mehrfach beinahe von den Fahrrädern gefegt. Zweitens kann man viele Vietnamesen als unfreundlich, garstig, respektlos und aufbrausend beschreiben. Wirklich willkommen haben wir uns selten in diesem Land gefühlt. Mehr dazu später…


 
Präsentation in Hanoi
Präsentation in Hanoi

In Nordvietnam war unser erstes Ziel die idyllische Cat Ba Insel und die Halong Bucht, eines der beliebtesten Touristenattraktionen Vietnams. Diese Bucht ist die schönste Vietnams und bekannt durch den James-Bond-Film "Der Mann mit dem goldenen Colt". Nach einigen anstrengenden Radeltagen in der schwülen, tropischen Hitze, ab und zu unterbrochen von heftigen Gewitter und Regenstürmen, hatten wir uns eine Pause in diesem Naturparadise verdient. Wir verbrachten zwei Tage auf einem Boot, umgeben von hunderten von Kalkfelsen, die zum Teil mehrere hundert Meter aus dem Meer ragen. Mit Kajaks erforschten wir Höhlen und Felsen. Landschaftlich war dies auf jeden Fall ein absolutes Highlight der Reise. Leider war die Bucht übersät mit weggeworfenem Plastikbehälter und Müll. Naturschutz und Recyclingkonzepte sind hier noch eher unbekannt.

Von der Halong-Bucht ging es weiter nach Hanoi, die Stadt der Seen und Teiche, Vietnams Hauptstadt. Gerade als wir unseren Gastgeber für den Abend erreicht hatten, kam es wie aus Kübeln runter geschüttet. Anscheinend der heftigste Sturm seit 30 Jahren. Über 1.000 Bäume wurden entwurzelt und 3 Menschen verloren ihr Leben.

Unser zwei-wöchiger Aufenthalt in Hanoi war sehr ereignissvoll und mit vielen Aktivitäten für unser Buy No Rhino Projekt gefüllt. Unter anderem haben wir einen Aufklärungsvortrag für Studenten über die Nasshornwilderei in Südafrika gehalten, an einem Fun-ride mit dem US Konsul teilgenommen und uns mit verschiedenen Naturschutzorganisationen getroffen.

Durch einen Bekannten haben wir von einem kleinen Dorf nicht weit außerhalb Hanois erfahren, wo Elfenbein und Nasshorn-Horn verkauft werden. Dies mussten wir natürlich selber sehen und wir machten uns auf den Weg. Zu unserem großen Schock fanden wir viele kleine Läden vor die unzählige Produkte verkauften. Alles ganz öffentlich, ohne jeden Skrupel, obwohl der Handel eigentlich illegal ist. Die Produkte aus Nasshorn-Horn werden als kleine Schnitzereien, Pulver für medizinische Zwecke und als Armbänder angeboten. Der Schmuck, dem Heilungskräfte nach gesagt werden, dient als Statussymbol. 1g kostet $83; das 25g schwere Armband ist somit $2.075 wert.

Als nächstes stand Laos auf unserem Programm. Jetzt wurde die ganze Sache spannend. Als wir gerade an der Grenze ankamen, stellte Vicky fest, dass ihr Pass fehlte. Augenblicklich fiel ihr ein, dass der Pass sich noch in einem Hostel in Hanoi befand. Laut Gesetz muss jede Herberge alle Gäste täglich den Behörden melden. Der letzte Hostelbesitzer, ein besonders unfreundlicher Vietnamese, hatte uns den Pass nicht zurückgeben. Leider hatten wir auch vergessen danach zu fragen.


 
Kurze Pause
Kurze Pause

Jetzt saßen wir so richtig tief in der Scheiße. Zu unserem Glücke zeigte sich einer der Grenzoffiziere als hilfsbereit und er bot uns an, dass sein Bruder den Pass für uns abholen würde. Seine Mutter, die zufällig einen Besuch angemeldet hatte, könnte den Pass dann mitbringen. Die Nacht verbrachten wir in der einzigen, staubigen, kleinen Bleibe am Grenzposten und warteten voller Hoffnung auf den Pass. Allerdings kam dieser nicht wie geplant am nächsten Morgen. Die Geschichten des Offiziers änderten sich laufend. Wir waren uns nicht mehr sicher, ob dieser uns wirklich helfen wollte oder uns nur ausnützen wollte. Doch wir hatten Glück! Nach zwei langen Tagen am Grenzposten kam endlich ein Bus den Berg hochgeschnauft und mit ihm der Pass.

Überglücklich und sehr erleichtert konnte die Fahrt nach Laos endlich weiter gehen. Die nächsten Tage trafen wir auf das wofür Laos bekannt ist: Berge Berge Berge! Oft ging es stundenlang Berg auf, dann schossen wir in Windes Eile auf der anderen Seite runter, nur um im Schneckentempo wieder den nächsten Bergpass zu erklimmen.

Wir hatten die Gibbon Tour gebucht. Daher war es unser Ziel Nord-Laos von Osten nach Westen zu durchkreuzen. Vor allem mussten wir den Starttermin der Tour einhalten. Das Gibbon Experience ist eine drei Tages Tour durch den Dschungel. Mit zip-lines zischt man hoch über die Baumwipfel hinweg und übernachtet in Baumhäuser in Höhen von bis zu 50 Metern. Dieses Erlebnis war einzigartig und ist wirklich zu empfehlen.

Am zweiten Tag sichteten wir die seltenen Gibbons - kleine akrobatische, baumbewohnende Primaten. Am dritten Tag wurden wir von ihrem Gesang um sechs Uhr morgen aufgeweckt. Die meisten Gibbon-Arten sind vom Aussterben bedroht, da ihr natürlicher Lebensraum vernichtet wird. Die Tropenwälder verschwinden rapide, um Platz für Ackerland zu schaffen. Das Gibbon-Projekt ist ein hervorragendes Beispiel für umweltverträglichen Tourismus!

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Die Begeisterung, die wir empfanden als wir hörten, dass wir den finanziellen Zuschlag von der EOCA für das Projekt Fix the Fells bekommen haben, ist jetzt gleichgestellt mit der Begeisterung den Abschluss der wichtigen Reparaturarbeiten zu sehen, für unsere schönsten Lakeland Fells, Scafell Pike und Striding Edge auf Helvellyn. Vielen Dank für die Gelder, die großzügig von der EOCA gegeben wurden. Die beiden Routen sind jetzt wieder im besten Zustand für die Zukunft.
Ruth Kirk, Nurture Lakeland